Diskurs über die Energieeffizienz von Geschirrspülern

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Gern will man den Herstellern Glauben schenken, wenn sie ihre energieeffizienten Produkte anpreisen. Das ist bei Autos letztlich nicht anders als etwa bei Geschirrspülern. Nun hat z.B. die BSH Gruppe mit Bosch und Siemens in den vergangenen Jahren viel in die Entwicklung energiesparender Konzepte investiert und konnte unlängst sogar einen Preis für die Zeolith-Trocknung einheimsen (Utopia Award 2010 in der Kategorie Produkte).

Und doch sollte man kritisch an die Aussagen herangehen. Beispielsweise behauptet Siemens in einem 2010 veröffentlichten Supereffizienz-Portfolio 2009, dass Hausgeräte, zu denen auch die Geschirrspüler zählen, in ihrem Produktleben 90 Prozent der Umweltbelastungen (Strom, Wasser, Reinigungsmittel) während der Nutzungsphase produzieren.

Mit Verlaub darf diese Zahl, die in dem Bericht ohne weitere Erläuterungen bleibt, bezweifelt werden. Vom Automobilbau weiß man inzwischen, dass nur wenige Fahrzeuge während ihrer Nutzungsphase so umfangreich Energieressourcen verbrauchen wie bei der Produktion. Dies liegt vor allem am Reinigungsaufwand, der allein durchschnittlich 200.000 l Frischwasser verwendet. Hier sind unter anderem die Lackierungen von Bedeutung. Aber auch bei der Elektronik wird viel Wasser benötigt. Die Halbleitertechnik betrifft allerdings ebenfalls Computer, die auf 40.000 l Wasser bei der Produktion kommen. Und Mikroelektronik findet sich ebenfalls zunehmend in Geschirrspülern.

Das Problem bei solchen Kosten-Nutzen-Rechnungen ist oft, dass manche Aspekte einfach unter den Tisch fallen. Beispielsweise bauen viele Hersteller ihre Geräte mit Baugruppen auf, die nur zum Teil aus eigener Produktion stammen. Ein Steuergerät, das von einem Zulieferer stammt, wird in der Energiebilanz dann vielleicht neutral bewertet, obwohl der Zulieferer jede Menge Wasser und Strom benötigte. Für den Verbrauch von Wasser bestreitet aber bis heute kaum ein Unternehmen jene Kosten, die umwelttechnisch erhoben werden müssten. In unseren Regionen ist gutes Trinkwasser noch kein Luxus. In manchen Ländern ist Trinkwasser aber wertvoller als etwa Strom. Eine zuverlässige Darstellung der Energiebilanz kann nicht gewährleistet werden, wenn die Verantwortlichen Teile der Energiekette ausblenden.

Aus dem veröffentlichten Supereffizienz-Portfolio 2009 geht leider nicht hervor, wie die Geräte in der Produktion abschneiden, bzw. es ist nicht klar, ob beim Zitat: "Produktlebenszyklus" auch die Produktion einbezogen wurde. Vermutlich nicht. Aber gerade diese Information wäre wichtig, zumindest für die Entscheidung, ob es sich lohnt, ein altes funkionierendes Gerät auf den Müll zu werfen und ein neues, in der Nutzung sparsameres anzuschaffen.


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