
Energie / Umwelt
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In Sachen Energiesparen ist der elektrische Geschirrspüler seit vielen Jahren ein heikles Thema. Lange Zeit galt die Spülmaschine als ökologisch fragwürdig. Dies änderte sich, als die Verbrauchswerte sanken und Vergleiche zeigten, dass es durchaus möglich ist, mit der Maschinenwäsche gegenüber der Handwäsche auch ökologisch im Vorteil zu sein. Doch die Vergleichbarkeit ist nicht so einfach herzustellen. Die meisten Spülmaschinen sind auf zwölf Maßgedecke ausgelegt und verbrauchen für die 144 Teile nur 12 bis 16l Wasser. Um dieselbe Menge Geschirr per Hand zu waschen, werden etwa 40 Liter, also üblicherweise zwei Spülbeckenfüllungen, benötigt. Für die Spülmaschine sprechen auch die bereits angesprochene höhere Wassertemperatur von 60 bis 75 Grad, die die wenigsten Menschen während der gesamten Handwäsche aufrecht erhalten können. Dazu müsste man schon spezielle Handschuhe tragen, was im Alltag oft als umständlich empfunden wird. Doch diese Beispielrechnungen hinken wie der sprichwörtliche Durchschnittsverbrauch bei einem Auto. Eine Reihe Faktoren sprechen für die eine oder andere Seite. Zum Beispiel werden die meisten Spülmaschinen nicht optimal befüllt, die wenigsten Haushalte kommen regelmäßig auf zwölf zu spülende Maßgedecke und immer bleiben Sachen für die Handwäsche übrig, die in die Spülmaschine nicht hinein sollen oder dürfen, etwa Töpfe und empfindliche, teure Gläser. Sind die Speisereste auf dem Geschirr bereits eingetrocknet, muss meist ein aufwändigeres Waschverfahren genutzt werden oder aber die Teller und Tassen werden per Hand vorgespült. Der Verbrauch von Strom und Spülmittel ist auch nicht gut vergleichbar. Spülmaschinen verbrauchen bei der üblichen Nutzung eines Mehr-Personenhaushaltes rund 200 kWh Strom im Jahr. Kühlgeräte, die rund um die Uhr eingeschaltet sind, benötigen kaum mehr. Die Warmwasserversorgung beim Handspülen kann durch das Spülen mit Wasser, das durch eine Heizungs- oder gar Solaranlage günstig aufgeheizt wurde, preiswerter sein, als beim Geschirrspüler. Andererseits kann bei einigen Spülmaschinen ebenfalls das Warmwasser von der Heizungsanlage verwendet werden (Warmwasseranschluss).
Ein anderes Thema bei dem Vergleich zwischen Maschinenwäsche und Handwäsche ist die Frage der Effektivität. Die Wassertemperatur wurde bereits angesprochen. Hier liegt die Spülmaschine meist im Vorteil. Andererseits klagen viele Nutzer darüber, dass bei Spülmaschinen das Geschirr mit der Zeit nicht mehr entfernbaren Schmutz ansetzt. Bei Gläsern spricht man dabei von Glaskorrosion, was bedeutet, dass ein milchiger Film auf dem Glas ist. Führen solche Schäden dazu, das öfter neues Geschirr gekauft werden muss, so kann die Energie-Bilanz der Geschirrspülmaschinen nur negativ sein. Bei der Herstellung von Geschirr und Besteck wird sehr viel Energie verbraucht. Hier können geübte Spülhände durchaus das Geschirr schonender reinigen.
Letztlich ist die ökologische Einstufung auch abhängig von der ganz persönlichen Handhabung. Wird das Geschirr sehr schnell nach dem Essen der Spülmaschine zum Waschen überlassen, so kommt sie mit relativ wenig
Energie zu guten Ergebnissen. Viele Haushalte ändern daher auch ihr Aufräumverhalten nach dem Essen. So wird das schmutzige Geschirr in die Maschine eingeräumt und der Waschvorgang begonnen, sobald der Geschirrspüler halbwegs voll ist. Auch Geschirr und Besteck werden oft mit der Zeit den Möglichkeiten der Maschine angepasst und das edle Glasset kommt kaum noch aus dem Schrank.
Überhaupt ist der Arbeitsaufwand beim Spülen per Hand oder Maschine jeweils ein anderer. Bei der Handwäsche ist Waschen, Abtrocknen und Wegräumen angesagt. Bei der Maschine bleibt im Idealfall kein Geschirr übrig, das noch extra per Hand gespült werden muss. Die Maschine arbeitet, während man andere Tätigkeiten verrichten kann und zwischen Einräumen in die Maschine, Waschvorgang und Ausräumen der Maschine inklusive Einräumen in Schubladen und Schränke, besteht kein zwingender Zusammenhang.
Dies ist bei der Handwäsche manchmal anders. Das Abtrocknen kann bei einigen Reinigern fast vollständig allein funktionieren. Nach einigen Stunden räumt man das Geschirr dann ein. Dieser Vorgang ist dann ähnlich wie das Ausräumen der Spülmaschine, abgesehen davon, dass das Ausräumen einer Spülmaschine meist etwas beschwerlicher ist, als das Abräumen eines Geschirrständers. Jedoch mag nicht die schnell trocknenden Spülmittel oder kann sie nicht vertragen und ist darauf angewiesen, die meisten Gegenständen umgehend nach der Handwäsche, wenn die Restfeuchte auf dem Geschirr noch warm ist, abzutrocknen und einzuräumen.
Der hier erwähnte Vorteil der Maschinenwäsche ergibt sich aber auch nur dann, wenn das Geschirrgut wirklich sauber und trocken ist. Ist der Erfolg des Klarspülers zu gering und von Tellern, Besteck und Tassen regnet es noch herab, so folgt ein beschwerlicher Trocknungsgang per Hand. Ebenso gilt dies, wenn zum Beispiel Reinigerreste am Geschirr kleben oder dieses von einem Film überzogen ist. Hier wird deutlich, wie wichtig es ist, mit der Zeit die optimale Dosierung für den Waschvorgang herauszufinden. Hinweise geben die Hersteller in ihren Anleitungen. Doch der Nutzer ist gefragt, die Effektivität durch eigene Erfahrungswerte zu steigern. Grundlage für die richtige Dosierung ist hier wieder der Härtegrad des vorhandenen Wassers.
Nicht selten bürgert sich in manchen Haushalten ein, verschmutztes Geschirr in der Spülmaschine zwischenzulagern. Dies kann auf Dauer dazu führen, dass aus dem Gerät ein unangenehmer Gestank entweicht, der sich nur schwer entfernen lässt.
Zur Frage der Ökologie der Spülmaschine gehören auch die Themen Geräuschemission und Herstellungsaufwand. Über die Betriebsgeräusche wurde schon gesprochen. Von nicht geringer Bedeutung ist aber auch die Haltbarkeit des Gerätes. Eine neue, sparsamere Spülmaschine muss gesamtökologisch nicht besser dastehen, als ein älteres Gerät, das weiterverwendet wird. Interessant in diesem Zusammenhang sind Aussagen in Vergleichstests. Geschirrspülmaschinen gehören neben Waschmaschinen zu den anfälligsten Groß-Haushaltsgeräten (im Vergleich zu Kühlgeräten oder Herden). Ursachen sind Undichtigkeiten der Türen, defekte Elektronik oder Wasserpumpen. Die hohe Markentreue bei Miele ist zumindest bei den Geschirrspülmaschinen auch auf die höhere Zuverlässigkeit zurückzuführen. Das heißt nicht zwangsläufig, dass ein teureres Gerät auch zuverlässiger sein muss. Sparsamkeit und Umweltverträglichkeit kann sich aber auch darin ausdrücken, dass auf ein Gerät gesetzt wird, für das es bei Bedarf auch Nachrüstdichtungen und andere Ersatzteile gibt. Zum Umweltschutz tragen auch Spülmittel aus
nachwachsenden Rohstoffen bei.
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